Du möchtest mehr darüber erfahren, wie wir arbeiten?
Wenn dich interessiert, welche Haltung unsere Arbeit prägt, welche Methoden wir einsetzen und auf welchen Erfahrungen unser Ansatz basiert, dann lies hier weiter.
Wir geben dir einen Einblick in unsere Arbeitsweise, unsere pädagogischen und beratenden Ansätze sowie in die Prinzipien, die unser Workshop-Camp und die anschließende Begleitung tragen.
Außerdem zeigen wir dir, welche fachlichen Hintergründe und praktischen Erfahrungen in unsere Konzepte einfließen – und wie wir daraus ein Angebot entwickeln, das dich wirksam und nachhaltig auf deinem persönlichen und beruflichen Weg unterstützt.
Entdecke, was unsere Arbeit besonders macht.
Pädagogisches Handwerkszeug und Ziele des Workshop-Camps
Wir arbeiten psychoedukativ, ressourcenorientiert und auf Augenhöhe. Wir entdecken soziale Strategien für Einzel- und Gruppensettings und machen in diesem Zusammenhang verschiedene erlebnispädagogische Erfahrungen in der Natur. Wir erlernen Methoden zur Selbst- und Stressregulation und nutzen systemische Instrumente zur Selbsteinschätzung und Entscheidungsfindung. Gemeinsam werden Skills für die Praxis erarbeitet und geübt. Wir unterstützen die Teilnehmenden dabei, eigene Fähigkeiten und Stärken zu erkennen und zu nutzen.
Ziel ist es, ein berufliches Kompetenzprofil zu erstellen, welches individuelle Bedürfnisse berücksichtigt und zu einem effizienten und nachhaltigen Umgang mit vorhandener Energie beiträgt. Individuelle Denkstile und Kommunikationsbesonderheiten sollen nicht nur als persönliches Potential entdeckt, sondern auch konkret in Bewerbungsprozessen und im beruflichen Kontext genutzt werden können.
Erfahrungen und Strategien können innerhalb des sicheren Rahmens während der gesamten Zeit des Workshop-Ccmps ausgetauscht, angewendet und reflektiert werden.
Systemischer Peer-Ansatz: Augenhöhe und Fachlichkeit
Die Kursleitungen arbeiten ausschließlich nach den Grundsätzen der Systemischen Therapie und Beratung und begleiten die Teilnehmenden auf Augenhöhe.
Die individuellen Bedarfe, Ressourcen und Lösungen der Einzelnen stehen im Mittelpunkt und bilden die Basis für das gemeinsame Entwickeln der weiteren Lerninhalte.
Die Kursleitenden verstehen sich im systemischen Sinne als Prozessbegleitende.
Neben der Vermittlung von theoretischen Inhalten sehen sie ihre Aufgabe vor allem darin, das „Expert:innenwissen in eigener Sache“ zu aktivieren und die Teilnehmenden dabei zu unterstützen, ihre individuellen Lösungsansätze in den Alltag zu transferieren. Der gut angeleitete Erlebnisraum im Gruppenkontext bietet hier ein sicheres Übungsfeld für das häufige Spannungsfeld zwischen Autonomiebedürfnis und Teilhabewunsch der Einzelnen. Der achtsame und unaufgeregte Umgang mit dem Bedürfnis nach Rückzug oder Selbstregulation wird so zum Teil des Lernerfolgs.
Die Kursleitenden stehen während des Workshop-Camps auch für Einzelgespräche zur Verfügung und unterstützen die Teilnehmenden bei der Gründung einer fortbestehenden Intervisionsgruppe.
Forschende und Expert:innen in eigener Sache
Alle Kursleitenden haben einen neurodiversen und fachlichen Hintergrund sowie langjährige Erfahrungen als Referent:innen und in der Beratung im Peer-Kontext. Das ermöglicht eine Begegnung auf Augenhöhe bei gleichzeitig fachkundiger Anleitung.
„Die Vorstellungen, die zu Autismus verbreitet sind, egal ob in der Allgemeinbevölkerung, in Fachkreisen oder in der Autismusforschung, haben nur sehr wenig mit dem zu tun, wie autistische Menschen ihr Autistisch-Sein erleben.(..)
Es gibt mehr verschiedene Weisen, die Welt wahrzunehmen, als die meisten erwarten. Wohl fast alle autistischen Menschen sind sich dessen bewusst, weil ihre Perspektiven weitgehend unerwartet sind. Autismus – oder in einem weiteren Sinne Neurodiversität –stellt eine wunderbare Gelegenheit dar, etwas über andere Perspektiven zu erfahren und sich über die vielen Arten bewusst zu werden, die Welt wahrzunehmen.“ (Seng, 2023)
Im gemeinsamen Erforschen autistischer Denkstile, auch zum Zwecke einer partizipativen Mitgestaltung der Autismus-Forschung, können eigene Fähigkeiten und Besonderheiten im Fokus einer Stärken-Perspektive beleuchtet und nutzbar gemacht werden. Gleichzeitig bieten die daraus gewonnenen Erkenntnisse wichtige Impulse und Orientierungsmarker für das eigene Selbstverständnis.
Teambildende Erlebnispädagogik und Selbsterfahrung
Erlebnispädagogische und teambildende Aktivitäten sind wichtige Elemente des aut.Side Workshop-Camps. Wir organisieren für diese 10 Tage unsere Zeit miteinander, sorgen für unsere Mahlzeiten und tauschen unsere Erfahrungen aus. Wir geben uns Pausen von (inneren wie äußeren) Reizen und Zeit, unsere Umgebung wahrzunehmen und zu erleben. Wir üben uns im Umgang mit Grenzen – sowohl mit den eigenen als auch mit denen der anderen. Wir nutzen Stille und Rückzug, wenn wir es benötigen. Selbstwirksamkeit, soziale Kompetenzen und eine gelingende Kommunikation stehen hier im Fokus der einzelnen Angebote, die weitgehend themenbezogen in der Natur oder bei Aktivitäten der Selbstversorgung stattfinden.
Hier machen wir uns die Möglichkeiten der Umgebung zunutze, wie z. B. Bushcraft und Survivaltraining im Wald, Kanufahren, Erlebnispfade, (freiwillige) Übernachtungen in der freien Natur. Auch kreative Ansätze wie Singen, Malen oder Schreiben können genutzt werden, um eine Ausdrucksform zu finden. Dazu gibt es täglich verschiedene Möglichkeiten, sich sportlich allein oder mit anderen zu betätigen.
Persönlichkeitsprofil, Kompetenzen und berufliche Orientierung
Die Teilnehmenden erstellen mit Unterstützung der Kursleitenden im Workshop-Prozess ein individuelles Persönlichkeitsprofil. Der reflektierte Umgang mit eigenen Stärken, aber auch Grenzen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen, beruflichen und privaten Leben. Die Teilnehmenden entwickeln Tools zum Reflektieren des eigenen Stressbarometers, zum Haushalten mit den eigenen Kräften und für eine resiliente Lebensführung.
In der Auseinandersetzung mit der eigenen Identität kann im Perspektivwechsel zwischen innerem Erleben und äußerem Erscheinen ein klareres Selbstbild gezeichnet werden.
Im Abgleich mit erforderlichen äußeren Rahmenbedingungen und individuell vorhandenen Kompetenzen kann so eine realistische Einschätzung für eine berufliche und/oder private Lebensplanung erfolgen.
