Die Wurzeln der ZAK PEER-Academy

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Wir sind Handlungsforschende in eigener Sache

Die Ergründung einer autistischen Identität im Kontext der Selbstvertretung und die partizipative Mitgestaltung der Autismus- und Neurodiversitätsforschungen sind wichtige Säulen der ZAK PEER-Academy.

Die Gründung des aut.Side Workshop-Camps in der ZAK PEER-Academy folgt dem Wunsch Hajo Sengs, sein Lebenswerk nach seinem Tod durch eine Zusammenarbeit zwischen Simone Hatami und Andreas Hieronymus fortzusetzen.

Hajo Seng, †14.05.2025

Dr. Hajo Seng lebte lange in Hamburg. Er war Mathematiker und arbeitete in der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek als technischer Leiter für IT Projekte. Bereits in den 1990er-Jahren, mit Anfang 30 wurde ihm klar, dass er autistisch ist.
Seit 2003 war er in autistischen Selbsthilfezusammenhängen aktiv, ist Gründungsmitglied von Aspies e.V. und dem autWorker Projekt.
Er hat viele Institutionen, Verbände und Fachkräfte in ihrer Arbeit begleitet. Im ZAK war er ein langjähriges Mitglied des wissenschaftlichen Beirats. Sein besonderer Fokus lag jedoch darauf, erwachsene, autistische Menschen dabei zu unterstützen, ihre speziellen Fähigkeiten zu erforschen und diese für sich selbst, aber auch für eine partizipative Forschung nutzbar zu machen.

Von Beginn an war es ein zentraler Aspekt der autistischen Selbstvertretungs- und Selbsthilfebewegung, eine andere, eigene Perspektive darauf zu entwickeln, als autistischer Mensch zu leben.
Die Vorstellungen, die zu Autismus verbreitet sind, egal ob in der Allgemeinbevölkerung, in Fachkreisen oder in der Autismusforschung, haben nur sehr wenig mit dem zu tun, wie autistische Menschen ihr Autistisch-Sein erleben. Auch abgesehen von den vielen Zusammenhängen, in denen sie ihre Erfahrungen austauschen, gibt es zahlreiche Veröffentlichungen, die es bezeugen. Dennoch halten sich die traditionellen Bilder sehr hartnäckig. Das hat auch damit zu tun, dass Schilderungen und Beschreibungen autistischer Menschen gerne als singulär, nur das konkrete Individuum betreffend, oder subjektiv abgetan werden. Es wird ihnen abgesprochen, allgemeingültig über Autismus zu sprechen.
Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, die Perspektiven autistischer Menschen und ihr Erleben so zu erforschen, reflektieren und darzustellen, dass ihnen eine allgemeine Gültigkeit nicht mehr abgesprochen werden kann.“
(Seng, 2024)

Hajo Seng hat 2019 eine Dissertation in Rehabilitationspädagogik über autistische Fähigkeiten und Autismus aus autistischer Sicht vollendet und unter dem Titel “Annäherung an ein autistisches Erleben” veröffentlicht. 2022 musste er sich aus gesundheitlichen Gründen aus seinem Engagement zurückziehen und verlagerte  seinen Lebensmittelpunkt nach Dals Langed in Schweden. Dort verstarb er nach langer Krankheit am 14.05.2025. Sein Ehemann Andreas Hieronymus führt das gemeinsam gegründete Dalsland-Studio weiter. Unter dem Namen „Hajo Seng Academy“ bietet er verschiedenen Akteur*innen aus Hajos Umfeld einen ganz besonderen Ort zum Lernen, Begegnen, Weiterentwickeln und Fortsetzen der Zusammenarbeit.

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